Zu der leider vermissten Sabine Grueneklee + Thema 'Sicherheit Alleinreisender'

Liebe Freunde,

in den letzten Wochen hatte ich - auch bedingt durch die Hauptsaison in Nepal - kaum Zeit mich hier zu beteiligen. Ich habe aber einige Beitraege gelesen. Sehr beruehrt hat mich das bisher nicht voellig geklaerte Schicksal der vermissten Sabine Grueneklee, aus Muenchen.

Es ist recht wahrscheinlich, dass Sabine aktiv oder passiv Teilnehmerin dieses Nepalboards war und somit gehoert sie auch zu unserer 'offenen Gemeinschaft' der Nepalinteressierten. Wir sollten uns bewusst sein, dass hier ein uns gleich gesinnter Mensch eine Nepalreise unternommen hat und ihm - was auch immer geschehen sein mag - Schlechtes wiederfahren ist.

Wie die meisten von uns kenne ich Sabine nicht persoenlich (obwohl sie mir sehr bekannt vorkommt - als waere ich ihr schon einmal begegnet; vielleicht beim Nepaltag in Bonn?), bin aber der Meinung, dass wir nicht einfach ueber ihr Schicksal hinwegsehen sollten, so, wie bei der blossen zur Kenntnisnahme irgendeiner Nachrichtenmeldung, sondern sollten Anteil nehmen und uns mit dem Fall, als auch generell mit der Problematik, der Alleinreisende ausgesetzt sind, beschaeftigen. Vielleicht sehe ich das alleine so, moeglicherweise gibt es aber auch Leute, die sich beteiligen moechten.

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Anteilnahme

Ich moechte mein Mitgefuehl ausdruecken, fuer Sabines Familie und ihren Freunden, fuer die schwierige Zeit, die sie jetzt durchmachen. Eine Zeit voller Hoffen und Bangen, eine Zeit voller Kraftanstrengung, voller Ungewissheit, voller Angst und Traurigkeit, dass einem ihnen sehr nahe stehenden, geliebten Menschen, mit hoher Wahrscheinlichkeit Unglueck und Gewalt wiederfahren ist.

In solchen Momenten wird einem mehr als Bewusst, wie wichtig, wie wertvoll der vermisste Mensch fuer einen selber ist, wie sehr man die Liebe zu ihm spuert und wie gut man es mit ihm meint.

Ich wuensche Sabine und allen, die sie lieben und moegen, dass sie Gnade und Barmherzigkeit in der Liebe Gottes oder dessen, was sie als goettlich empfinden moegen, erhalten und ihre Schmerzen gelindert werden.

Auch ich bin traurig, dass es bis jetzt kein
Lebenszeichen von Sabine gibt und ganz sicher
All deposit addresses are revoked, and withdrawals are limited to the daily bittrex script limit. gibt es viele Menschen, die aehnlich empfinden.

Allen die Leiden - meine/unsere herzliche Anteilnahme!

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Zu den in der Vermisstenmeldung und den Medien berichteten Ereignissen um Sabine:

Ich moechte zuerst sagen, dass Sabines Schwester Susanne und Sabines Freund Peter Doolan ihre Sache mit der Suchmeldung sehr gut gemacht haben - besser kann man es nicht tun!

Wer die Suchmeldung nicht kennt, hier noch einmal die Webadresse (man kann sie gar nicht oft genug veroeffentlichen - vielleicht findet sich doch jemand, der einen Hinweis geben kann!):

www.hasenfus.com/sabine/

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Zu Sabines Verschwinden und allgemeinen Fragen bezueglich Sicherheit Alleinreisender

Es wurde berichtet, dass Sabine sich am Eingang des Nagarjun Forest (das ist ein Waldgelaende, dass sich Nordwestlich von Kathmandu befindet - naehe Balaju), in die Besucherliste eingetragen, nicht aber ausgetragen hat. Kleidungsstuecke die ihr mit Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden (die abschliessende Untersuchung wird noch duchgefuehrt), wurden in dem Areal gefunden.

Aus meinem Kenntnisstand heraus muss ich sagen, dass dieses Waldgebiet schon seit vielen Jahren als unsicher gilt. Einheimische gehen dort normalerweise nicht alleine hin - Nepali Frauen schon gar nicht!

Das Verhalten bei Touristen mag da unterschiedlich sein. Wer die Gefahr nicht kennt, geht moeglicherweise auch alleine los.

Im Laufe der Jahre gab es dort schon des oefteren Gewalttaten und Ueberfaelle. Das Gebiet ist zwar umzaeunt, jedoch kommen dort offensichtlich immer wieder Leute hinein, die besonders Personen, die alleine unterwegs sind, ueberfallen.

Es kann sein, dass Sabine nicht wusste, dass es nicht ratsam ist, dort alleine zu laufen. Oder sie hat das Risiko unterschaetzt - was uns allen in solchen Situationen passieren kann(!)

Unverstaendlich ist mir, dass es ueberhaupt erlaubt ist, alleine in das Waldgelaende zu gehen. Dies ist besonders deswegen fraglich, da dort vor einigen Wochen bekannterweise bereits eine Franzoesin spurlos verschwunden ist.

Man muss die Frage stellen, ob am Eingang des Gelaendes entsprechende Hinweisschilder aufgestellt wurden und ob den Besuchern mitgeteilt wurde, dass man nicht alleine hineingehen sollte.

Wer das Gebiet kennt, weiss, dass es nicht gefahrlos ist und da muss man fragen, ob von Behoerdenseite die entsprechenden Schutzmassnahmen getroffen wurden oder ob da Versaeumnisse vorliegen. Die deutsche Botschaft ist dringend gefordert, nepalische Behoerden mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass an den Eingaengen fuer touristische Gebiete, in denen ein erhoehtes Risiko fuer Reisende besteht, Hinweisschilder mit Sicherheitsmassregeln aufgestellt werden.

Es gibt in diesem Gesamtzusammenhang grundsaetzlich eine weitere Gefahr (ich moechte das jetzt nicht auf Sabine beziehen, sondern generell feststellen!): es gibt immer wieder Reisende, die sich ueber Sicherheitshinweise und Ratschlaege hinwegsetzen. Leicht kann es dazu kommen, das Reisende denken 'Mir kann das nicht passieren' oder 'Ich passe schon auf' etc.

Ich kann da nur raten, Hinweise auf moegliche Gefahren immer ernst zu nehmen! Jeder kann in eine Gefahrensituation kommen.

Man muss sich darueber bewusst sein, dass vermissste Personen in Nepal nichts neues sind. Seit Jahren gibt es immer wieder Faelle, in denen Personen spurlos verschwinden und oft nicht wieder auftauchen. Haeufig liegt ein Gewaltverbrechen zugrunde. Es geht dabei sicher kaum um Sexualstraftaten, sondern ganz klar um Geld, Wertgegenstende wie Schmuck, Cameras etc.
Die Opfer werden zur Vertuschung ermordet und bestimmt irgendwo vergraben oder verbrannt. Jedenfalls sagen das Nepalis, wenn man mit ihnen ueber solche Themen spricht.

Es kann leider sein, dass Sabine und auch die vermisste Franzoesin ein solches Schicksal ereilt hat und dass sie vermisst bleiben und nicht gefunden werden koennen. Man muss damit jedenfalls rechnen. Die Ungewissheit ist etwas, das zusaetzlich sehr schmerzt.

Alleinreisenden ist grundsaetzlich zu raten, sich mit anderen Reisenden, die man auf der Reise kennenlernt, zusammen zu tun und fuer bestimmte Reisevorhaben Interesensgemeinschaften zu bilden. Natuerlich muss man sich bei kennengelernten Personen sicher sein koennen, dass sie in Ordnung sind und nicht selber schlechtes im Schilde fuehren. Das gibt es ja auch, dass Reisende mit krimineller Energie unterwegs sind. Da muss man auch aufpassen! Nichts neues, dass besonders Frauen vorsichtig sein muessen!!

Ein grundsaetzliches Problem sehe ich darin, dass Reisende Gefahren nicht ernst nehmen oder wider jedes guten Rates Reisevorhaben falsch planen und durchfuehren. Auch Leute, die als erfahren gelten, begehen manchmal schwere Fehler oder schaetzen Situationen falsch ein. Es kann dann zu Lawinenungluecken, Bergabstuerzen, Hoehenkrankheiten, Herzinfarkten, Verkehrsunfaellen etc. fuehren.

Man sollte sich stets gut informieren und moeglichst doppelt absichern - bei allem was man auf der Reise macht! Das geht vielleicht nicht immer, sollte aber die Zielsetzung sein. Ein Restrisiko kann man leider, wie auch im normalen Leben, nicht ausschliessen. Es gibt Gefahren, die sind einfach immer praesent und da sollte man hoffen, dass man seinen Schutzengel dabei hat.

Vielleicht moegen noch andere Leute etwas aus ihren eigenen Erfahrungen zum Thema beitragen. Es geht um die Sicherheit von uns allen und da ist jeder gute Hinweis hilfreich - vielen Dank!

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Ich wuerde mich sehr freuen, wenn Sabine und auch die vermisste Franzoesin doch noch leben und hoffentlich wieder auftauchen. Die Hoffnung ist leider gering - aber man sollte sie nicht gaenzlich aufgeben.

Euch allen - meine besten Wuensche!

Mit herzlichem Gruss
Andreas Khanal (Y&Y)

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Abgeschickt von Andreas Khanal am 05. November 2005 um 13:38 Uhr.


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